Gartentipps



Übersicht:
Kirschen
Kompost
Schnecken
Pflanzenauswahl
Rasen
Rhododendren
Was ich nicht mag...



Kirschen
Auch bei der Süß- und Sauerkirsche führt eine extensive Pflege inzwischen zu schlechten Ergebnissen, da die Spitzendürre (Monilia) und sonstige Erreger, darauf hinweisen, daß sich die Kirschen in den letzten Jahren nicht mehr wohlfühlen (scheinbar greift das Waldsterben auf alle Obstbäume über). Ich beobachte bei den Hochstämmen einen Befall von mindestens 50 % für das Stadtgebiet Freiburg. Die kleineren Buschkirschen kann ich nicht beurteilen, da Sie erst in den letzten Jahren auf den Markt kommen und noch zu wenig vertreten sind. Durch Rückschnitt der befallenen Spitzen läßt sich die Krankheit zurückdrängen. Spritzungen in hochkronigen Bäumen sind jedenfalls extrem aufwendig ohne Motorgebläse, die sich nur für Großanlagen lohnen.

Die Monilia ist inzwischen auch auf den Zierkirschen zu sehen (Prunus s. 'Kanzan' etc.). Wer mit dem Gedanken spielt, ein kleinkroniges Ziergehölz zu pflanzen, sollte vielleicht in Zukunft aus diesen Gründen die kleineren Zierapfelsorten in Erwägung ziehen, die - bisher noch - gesünder sind.

Mit dem Ausweichen auf andere Pflanzenarten ist es aber allein nicht getan. Bitte setzen Sie sich auch dafür ein, daß eine der Hauptursachen des Waldsterbens - die intensive Massentierhaltung verringert wird. Unterstützen Sie die biologische Landwirtschaft und damit die Verteilung des Viehs auf eine größere Landfläche. Denn gerade die Ammoniak-"Ausgasungen" konzentrierter Gülle in die Atmosphäre bringen den Wald und unsere Bäume um.

Kompost
Hier möchte ich auch eine "Lanze brechen" für den Gartenkompost: Auch wenn es mittlerweile Biotonnen gibt, bietet die Selbstkompostierung von Gartenabfällen und geeigneten Küchenabfällen (Obstreste, Gemüsereste etc.) eine willkommene Gelegenheit den Pflanzen etwas Gutes zu tun. Auch ist es nicht nur für Kinder ein wunderbares Erlebnis die Umwandlung von Bioresten in fruchtbaren Humus zu erleben.

Leider sind jedoch den meisten Menschen die Grundvoraussetzungen einer guten Kompostierung nicht klar, zusammengefaßt drei Punkte:
Der Kompost braucht Feuchte (keine Nässe, keine Trockenheit)
Er braucht Luft auch im Innern, daher regelmäßig wieder durch Umsetzen Luft hineinbringen.
Er braucht Wärme (keine Hitze, daher ist eine halbschattiger Kompostplatz ideal).


Ich rate daher davon ab, in käuflichen Plastikkompostern, in Betonelementen oder Erdgruben zu kompostieren. Das ist alles eine schlechte Wahl. Nehmen Sie ein einfaches Holzgestell oder eine Maschendrahtrolle, die sich zum Umsetzen einfach entfernen lassen oder (bei genügendem Platz) legen Sie alles ohne Einfassung auf eine "Miete", ein Haufen von ca. 0,8 - 1 m Höhe im Idealfall mit einer Hülle, die den Kompost nie austrocknenl läßt. Ohne Schutzhülle ist Gießen bei Trockenheit nötig. Lassen sie den Kompost in Regenperioden nie einsumpfen (Sauerstoffmangel), decken Sie ihn mit Blättern, Stroh oder einem speziellen wasserdurchlässigen Kompostvlies (Bezugsquelle: s. bei www.demeter.de) ab. Wenn Sie einmal mit den Bakterien, Regenwürmern u.a. mitgelebt haben, werden Sie das mittlere Lebensmilieu, das sie brauchen, verstanden haben. Dann ist Kompostierung ein Kinderspiel.

Noch zwei Hinweise zum Schluß: 1. Problem Gehölzabfälle:
Das Lignin im Holz von Bäumen und Sträuchern braucht sehr lange für die Umsetzung im Kompost. Sollten Sie viel Schnittgut haben, dann bitte nur je Schubkarre Wildkräuter einen Eimer Schnittgut Äste o.ä. Äste sollten auch vorgehackt oder zerfasert werden. Es ist ein kleiner Teil Äste gut, das gibt Luft. Haben Sie mehr, geben Sie sie in die Biotonne oder fahren Sie die Äste ab.
2. Problem Rasenschnitt:
Sollten Sie große Mengen Rasenschnittgut haben, dann ist es sinnvoll, dieses mit weiteren Resten zu mischen. Ansonsten wird dicht liegender Rasen heiß und führt zu keinem guten Kompost (Kompostieren heißt nicht Verbrennen). Auch können Sie Gartenkalk unter den Rasen mischen, was eine mildere Verrottung bewirkt. Kalk ist auch bei Gemüseabfällen anzuraten.

Wer sein Wissen über das Kompostieren vor einem größerem Hintergrund vertiefen will, dem kann meine Darstellung weiterlesen.

Nützliche Internetseiten zum Kompostieren: www.gartenrundbrief.de/biogarten_kompost.php
www.kompostberatung.ch/
www.wedenig.at/content/documents/SELBERKOMPOSTIEREN.doc

Literatur zum Thema Kompostieren:
www.garten-literatur.de

Schnecken
Wie wichtig ein heilender Bodenaufbau im Sinne einer passiven Schneckenbekämpfung auf der Grundlage einer richtigen Kompostierung ist, können Sie in dem folgenden Dokument lesen, das Sie kostenlos bei Wedenings Gärtnerei herunterladen können:
www.wedenig.at/content/documents/KOMPOSTundSCHNECKEN.doc


Hier auch mal eine neue, von mir allerdings selbst noch nicht getestete Art der "Schneckenbekämpfung": www.heilbuch.info/dies-und-das/Schneckenfluestern-statt-Schneckenkorn.html

Pflanzenauswahl
Immer wieder erlebe ich, daß Grundstücksbesitzer aus Unkenntnis zu dicht und zu groß pflanzen, was heißt das?

Beispiel Forsythie: Die Forsythie (Goldglöckchen) gibt es überwiegend als Großstrauch im Angebot, d.h. die meisten Sorten werden 2 bis 4 m hoch und fast so breit. Weniger bekannt ist es, daß es inzwischen kleinbleibende Sorten der Forsythie gibt (z.B. 'Tetragold' bis 1 m hoch). Diese kleineren Züchtungen gibt es bei Kirschlorbeer (z.B. 'Otto Lyken' 1,5 m), Liguster ('Lodense' 0,6 m), Falscher Jasmin ('Erectus' 1,5 m), Deutzien, Sommerflieder ('Nanho'-Gruppe) u.a.

Einige Gattungen sind noch nicht in Zwergformen erhältlich, z.B. unser geliebter Flieder (Syringa vulgare). Sollten Sie nicht die Endhöhe von 5 - 7 m tolerieren wollen, so können Sie Flieder alle 3 - 4 Jahre sehr gut verjüngen oder auf den Herbstflieder (Syringa microphylla 'Superba') ausweichen.

Nichts ist dagegen einzuwenden die anfängliche "Kahlheit" eines neu gestalteten Grundstücks durch Dichtpflanzung von bewußt gewählten "Weichern" (i.S. der "Bleiber-Weicher"-Obstpflanzungen - nach Schmitz-Hübsch) vorzunehmen. Bei Nachpflanzungen sollte allerdings gleich genügend Raum für die Pflanzen eingeplant werden, sonst ist ein Forsythien-Fasonschnitt vorprogrammiert.

Rasen
Versuchen sie nicht unter Bäumen, insbesondere Flachwurzlern (Birken, Erlen, Pappeln, Weiden, Robinien u.a.) Rasen anzulegen. Das gibt es in der Natur auch nicht. Schattenrasen mag wohl wachsen, ist aber nicht trittverträglich. Natürlich ist eine Rindenmulchbaumscheibe eine Geschmacksfrage, es gibt auch viele andere Möglichkeiten und die spontane Wildkrautbegrünung ist nicht die schlechteste.

Rhododendren
Seien Sie sparsam mit der Pflanzung von Rhododendren, insbesondere bei wenig Halbschattenlagen und dem Wunsch, nur wenig zur Ausbeutung der letzten Torflager beizutragen. Torf wird zum großen Teil schon aus weit entfernten Lagerstätten wie Estland geliefert. Ob die Coir pith-Abfälle der Kokosfaserproduktion einen Torfersatz sein können, ist wohl noch unklar (hier). In Einzelfällen (kleinblütige Sorten, aber auch großblütige Exemplare mit ständiger saurer Bodendecke an optimalen Standorten mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit - Bachnähe etc.) kann eine Pflanzung erwogen werden. Bestimmte Wildsorten und neuere Züchtungen kommen auch mit weniger Torf aus. Eine dicke Laubpackung im Herbst kann die sonst jährlich notwendige Torfmulchdecke reduzieren bzw. völlig ersetzen.

Rhododendren - vor allem die großblütigen Sorten ("Boursault", "Cunninghams White" etc.) - bekommen aufgrund der zunehmenden trockenen Sommer die Knospenbräune, ein Pilz, der die Blüte zerstört und durch die Rhododendronzikade übertragen wird.

Die Bekämpfung ist relativ aufwendig (Gelbtafeln zur Anzeige! und Spritzung mit Neudorff "Spruzit"). Ich habe Pflanzenschutzanwendungen aus meinem Dienstleistungsangebot entfernt, da ich dies aus Kosten- und Umweltgründen nicht vertreten kann. Der Fahr- und Arbeitsaufwand wäre für mein Kundengebiet unverhältnismäßig hoch.

Es gibt ja auch genügend andere hübsche Blütensträucher. Sollten Sie meinen, nicht auf Moorbeetpflanzen verzichten zu können, so wählen Sie doch aus der Gruppe der Azaleen eine Sorte aus. Sie sind (noch) nicht anfällig für die Zikade und vertragen auch viel mehr Sonne.

Was ich nicht mag...
...Kübel und Töpfe, die sich nach oben hin verengen. Spätestens beim ersten Umtopfen der Pflanzen zeigt sich, daß die Ästhetik hier einen unverhältnismäßig hohen Preis fordert, nämlich die Kappung von Wurzeln, damit die Pflanzen mit ihrem Wurzelballen durch die Verengung hindurch kommen. Rein theoretisch könnte ich mir selbst bei solchen Töpfen, die im Verkauf als winterfest angegeben werden, ein erhöhtes Bruchrisiko durch Frostsprengung vorstellen.
...Binden von größeren Gehölzen mit Draht, dünner Baumwollschnur o.ä. einschneidenden Materialen. Nehmen Sie hier besser Kokosstrick, breite Gummibänder oder breite Gewebebänder, die es z.B. für das Anbinden von Obstgehölzen ggf. in der Baumschule oder im Baumarkt gibt. Raffia-Bast eignet sich für leichtere Stauden und Rosen.

...Baum- und größere Astscheren, die nach dem Ambossprinzip arbeiten: Gönnen Sie sich besser Schneidwerkzeug, das den Pflanzen nicht zu jeder Schnittwunde auch noch eine Gewebequetschung zufügt. Dies sind alle Scheren, bei der sich Schneide und Gegenhalter nah aneinander vorbei bewegen und nicht wie beim Ambos die Schneide direkt auf den Gegenhalter trifft. Häufig bieten die Hersteller beide Ausführungen ohne großen Preisunterschied an. Für den Schnitt von Rosen sollten Sie besonders auf Ambosscheren verzichten und evtl. besondere Rosenscheren verwenden.